Volkstheater-Umstrukturierung

01.12.2015 11:49
Aufgrund der Anfrage einer interessierten Bürgerin zum Thema "VTR - Theaterumstrukturierung" hat unser Fraktionsvorsitzender Herr Dr. Dr. Malte Philipp nachfolgende Antwort verfasst, die wir aufgrund der aktuellen Diskussion veröffentlichen. Diese Zeilen geben die Meinung des unabhängigen Wählerbündnisses UFR wieder.
 
Sehr geehrte Frau ............,
vielen Dank für Ihr Schreiben, das gibt mir Gelegenheit, mal einiges aufzuklären.
Auch uns liegt Kultur und die damit verbundene Bildung am Herzen. Und gerade weil das so ist, haben wir den genannten Bürgerschaftsbeschluss aus voller Überzeugung unterstützt!!!
Das, was Sie fordern, wäre ein „weiter so wie bisher“. Und genau das würde das Theater unweigerlich zerstören, weil die aktuellen Strukturen eben nicht zur Finanzkraft der Hansestadt Rostock passen. Das ist sicher bedauerlich, aber auch nicht zu ändern. Sie kennen das vielleicht, wenn am Ende eines Monats die Brieftasche leer ist und Sie noch mal schnell einkaufen wollen. Spätestens der Kassierer im Laden wird mit dem Kopf schütteln. Nicht anders geht es unserer Stadt. Diese Zwänge sind lebensnah und wahrhaftig.
Zwischen Wollen und Können klafft nun einmal eine große Lücke. Wem wir das zu verdanken haben, will ich hier gar nicht thematisieren. Die Urheber der Misere waren jedenfalls der Grund, warum wir politisch aktiv geworden sind.
Noch ein Wort zur Bürgerbeteiligung: Wir leben in einer repräsentativen Demokratie. Das mag Ihnen gefallen oder nicht, allein, es ist nicht zu ändern. Insofern müssen wir alle damit leben, was unsere gewählten Volksvertreter so verzapfen. Das ist nicht immer schön. Aber genau das sind die Segnungen der Demokratie. Und auch das war ein Grund, warum wir vor 7 Jahren politisch aktiv wurden.
Last but not least ein Wort zur Verantwortung gegenüber der Stadt und ihren Bürgern: Gerade weil wir diese Verantwortung im Sinne der Gerechtigkeit sehr ernst nehmen, sind wir der Meinung, dass auch ein Volkstheater in Rostock nicht jenseits von Gut und Böse existieren kann und darf. Solange in dieser Stadt noch Obdachlose frieren, solange hier Kinder ohne Frühstück zur Schule müssen, solange nicht jedes Kind einen sicheren Kita-Platz hat, und so weiter und so fort, so lange werden wir darauf achten, dass Kultur in dieser Stadt sicher und angemessen leben kann, aber eben nicht alle Mittel verschlingt. Wenn die Kassen eines Tages bis zum Rand gefüllt und alle lebensnotwendigen Probleme gelöst sind, dann werden auch wir dafür sein, noch mehr Geld in das Volkstheater fließen zu lassen. Bis dahin aber gilt: In dieser Stadt leben mehr als 200.000 Menschen. Und nicht mal ein Zehntel davon sind regelmäßige Besucher im VTR. Erklären Sie doch bitte allen Sozialhilfeempfängern und armen Bürgern unserer Stadt, warum 18 Millionen Euro für ein Theater und seine paar Stammbesucher nicht ausreichen soll!
 
So verstehen wir unsere politische Verantwortung für die Bürger dieser Stadt.
 
In diesem Sinne mit den besten Grüßen,
Dr. Malte Philipp
 
Jenny-Henrike Pfeil
Vorstandsvorsitzende
 

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